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Ein Zelt der Begegnung mit Dir.

Samstag, 28. November 2015

Für die Adventlichen Abendgebete in meinem Pfarrverband habe ich mit zwei Musikerinnen zusammen ein Rosenkranz - Lied komponiert:

Mittwoch, 14. Oktober 2015


Zu Gast im Haus des Herrn – die schwedische Nationalkirche

In diesem Jahr führte uns unser Familienurlaub nach Schweden. Wir waren 18 Tage lang mit dem Wohnmobil unterwegs durch dieses schöne Land. Als an Kunst und Kultur interessierte Menschen haben wir dabei auch viele Kirchen besucht. Wir lernten viel über die schwedische Kirche, das uns inspirierte und das ich hier weitergeben möchte.

Die schwedische Nationalkirche gehört zu den Kirchen der Reformation. Jedoch hat sie, ähnlich der anglikanischen Kirche, sehr viel an der katholischen Tradition bewahrt. Äußerlich erkennbar zeigt sich das an den Messgewändern und dem Ablauf der Gottesdienste, aber auch theologisch ist diese Kirche nicht so weit entfernt von der katholischen, wie andere protestantische Kirchen.

Sie sieht sich als Brückenkirche zwischen den Konfessionen. So ergibt sich ein schönes ökumenisches Miteinander, z.B. in Vadstena, dem Ort, an dem die Hl. Birgitta in einer protestantischen Kirche ganz selbstverständlich von katholischen Christen verehrt wird.

Diese Offenheit und Gastfreundschaft der schwedischen Kirche zeigt sich aber nicht nur hier, sondern in jeder kleinen Dorfkirche in jedem noch so kleinen Weiler.

Überall gibt es nämlich in einem Seitenschiff, einem Nebenraum oder auch gleich neben dem Eingang einen kleinen Tisch und kleine Stühle, Spielzeuge, Bastelmaterial und Stifte für die Kinder.

Wir haben es sehr genossen, dass sich unsere Tochter nicht langweilen musste, während wir die Kirchen besichtigten, sondern derweil ein schönes Bild malen oder Bauklötze spielen konnte.

Aber nicht nur für Kinder wartete eine einladende Geste; auch Erwachsene wurden willkommen geheißen, auch wenn niemand in der Kirche war. An der Seite oder direkt neben dem Eingang einer jeden Kirche stand ein Tisch mit einigen Tassen, Zucker, Milch, Kaffee und manchmal auch Keksen bereit.

Es hat uns erstaunt und überrascht, wie viel Gastfreundschaft und Offenheit solche kleinen Gesten auf den Besucher ausstrahlen.

Ich möchte nun nicht dazu aufrufen, das hier erlebte 1 : 1 zu kopieren. Auch wenn es in der einen oder anderen Kirche sicher möglich wäre. Aber vielleicht kann es als Anregung dienen, darüber nachzudenken, wie das Haus Gottes auch bei uns zu einem Ort werden kann, an dem man gern zu Gast ist.

Mittwoch, 22. Juli 2015


Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte an der Familienpastoral,

Manchmal sind in unscheinbaren Hüllen Schätze verborgen, die man nur zu heben braucht. Sehr gut versteckt auf der Homepage der Erzdiözese wartet so ein Schatz: der Liturgiekalender.

Man braucht vier Klicks, um auf den eigentlichen Liturgiekalender zu gelangen. Dann findet man dort die Lesung(en) und das Evangelium des Tages. Ebenso wird der / die Tagesheilige genannt.

Wenn man möchte kann man also hier für jeden Tag des Jahres einen biblischen Impuls zum persönlichen Nachdenken oder zum Austausch in der Familie, zum Vorlesen beim gemeinsamen Essen oder als Gute-Nacht-Gedanke finden.

Schade, dass diese Möglichkeit nicht bekannter und verbreiteter ist. Wenn es nach mir ginge, sollte von jeder kirchlichen Homepage ein Link zu dieser Seite zu finden sein.

Vorbildlich ist auch die kirchliche Jugendarbeit. Auf den Seiten aller katholischen Jugendstellen erscheint jeden Freitag neu ein Gedanke der Woche.

Die Links zu beiden Seiten:



Viel Freude und gute Gedanken wünsche ich Euch / Ihnen

 

Michael Kafka

Gemeindereferent

Regionalstelle für Ehe, Familie, Alleinerziehende München Ost

 

Mittwoch, 15. Juli 2015


Predigt Taufe Umi

 

Liebe Gemeinde Jesu Christi,

 

Das heutige Evangelium zeigt eine erstaunliche Szene: Jesus wird in seiner Heimatstadt abgelehnt. Zu dieser Zeit hatte er schon viele Menschen für sich gewonnen. Seine Predigt hatte in weiten Teilen Israels Anerkennung und Beachtung gefunden. Viele Männer und Frauen haben sich mit ihm auf den Weg gemacht. Wenn einer aus einer bestimmten Gemeinde kommt und Erfolg hat, dann neigen die Menschen doch normalerweise dazu, ihm Empfänge zu bereiten, ihn zu bejubeln. Nicht so in Nazareth.

Er eckt an. Seine Lehre passt den Menschen nicht. Weil er etwas verändern will. Weil er aufbrechen will, wo man sich gerade so wohl gefühlt hat.

Die Leute in Nazareth kennen ihn zu gut. Das ist doch der, der bei uns aufgewachsen ist. Nichts besonderes, nur der Sohn des Zimmermanns. Und der redet jetzt klug und weise daher? In etwas Bekanntem etwas Neues zu entdecken, das fällt den Menschen schwer.

Doch vielleicht glauben sie auch nur, ihn zu kennen. Wussten sie wirklich, wer da in ihrer Nachbarschaft wohnte? Hatten sich seine Nachbarn jemals mit ihm beschäftigt? Oder hat man ihn einfach in eine Schublade gesteckt und alles war klar?

Der Umgang der Nazarener mit Jesus ist macht mich nicht nur nachdenklich, wie ich eigentlich oft mit Menschen umgehe. Ah, der ist Obdachloser, die ist Asylantin – Schublade auf, Schublade zu.

Nein, es macht mich auch nachdenklich, wie ich mit meinem Glauben umgehe. Ich weiß doch, was ich glaube. Oder auch, was ich nicht glaube. Darüber brauche ich doch nicht mehr nachdenken.

Aber bin ich mir in jeder Hinsicht sicher?

Ich habe in den letzten Monaten unsere Umi auf ihrem Weg zur Taufe begleitet. In dieser Zeit musste ich mich einmal wieder intensiv damit beschäftigen, was ich eigentlich glaube, was zu unserem Glauben dazugehört. Schließlich wollte ich ihr ja nichts Verkehrtes oder Unvollständiges erzählen.

Dabei kam ich oft ins Grübeln. Wie erkläre ich jemandem, der nicht schon sein ganzes Leben lang Religionsunterricht, Erstkommunionvorbereitung, Firmvorbereitung, Predigt mitbekommen hat - noch dazu aus einem anderen, von anderen Religionen geprägten Kulturkreis - wie erkläre ich so jemandem, warum wir an die Auferstehung der Toten glauben oder an einen dreieinigen Gott?

Gott sei Dank war die Umi eine wunderbare Schülerin, die das alles verstanden und dankbar aufgenommen hat. Gleichzeitig habe ich viel von ihr, ihrem Land und ihrer Kultur gelernt.

Gerade deshalb hat es mir zu denken gegeben. Sollte ich mich, sollten wir uns gemeinsam nicht viel öfter mit unserem Glauben auseinandersetzen? Wie bereichernd könnte es sein, wenn ich öfter die Gelegenheit hätte, eine andere Sicht auf die gleiche, scheinbar so vertraute Sache zu bekommen? Dann würde mir wieder klarer, dass mein Glaubensweg nicht am Ende ist, sondern dass ich immer noch auf dem Weg bin.
Wo kann ich Gruppen, Menschen finden, um mit ihnen einen Austausch über den Glauben zu suchen?
Welche Themen des Glaubens interessieren mich besonders?
Womit habe ich meine Schwierigkeiten, womit brauche ich Hilfe?

Mittwoch, 1. Juli 2015


Exerzitien im Urlaub

 

Die Urlaubszeit steht kurz bevor und die arbeitenden Menschen und Familien haben endlich wieder einmal Zeit. Zeit für sich, die sie nutzen können. Zeit, die sie sich frei einteilen können, die keinen Terminplan kennt.

Zeit ist aber auch ein wichtiger Faktor bei der Ausübung des Glaubens. Oft höre ich: ach ich wäre schon gerne zum Gottesdienst, zur Andacht, zu anderen religiösen Veranstaltungen gekommen, aber ich hatte keine Zeit, ich war zu fertig von der Arbeit, ich musste am nächsten Tag früh raus.

Im Urlaub hingegen hat man Zeit. Und nicht wenige nutzen diese, um Kirchen zu besichtigen, Klöster zu besuchen, die Einsamkeit der Natur zu suchen.

Mancher würde vielleicht auch gerne einen Gottesdienst besuchen, versteht aber die Sprache des Urlaubslandes nicht.

Andere können sich nicht auf so einen konkreten Zeitpunkt einlassen, möchten aber doch etwas Spirituelles erleben.

Darum bin ich auf die Idee gekommen, diese Exerzitien im Urlaub zu verfassen. Klar, man möchte im Urlaub so viel wie möglich freie Zeit haben. Deshalb beschränke ich mich auf drei kurze, konkrete Impulse und ein Gebet, das täglich gesprochen werden kann.

Ich wünsche allen, die sich darauf einlassen, dass sie auf spirituelle Weise neue Kraft für ihren Alltag tanken können.

Diese Impulse dürfen gerne weitergegeben, geteilt und gepostet werden!

 

Michael Kafka

Gemeindereferent

Regionalstelle Ehe-Familie-Alleinerziehende München Ost

 

  1. Impuls: Suche bewusst religiöse Orte auf. Nachdem Du den Ort eine Zeit lang auf Dich wirken hast lassen, suche Dir eine ruhige Ecke. Schließe die Augen, versuche, die Umgebung auszublenden und  lass einen Gedanken in Deinem Inneren wachsen. Nimm diesen Gedanken mit, zünde eine Kerze an, singe ein Lied oder sprich ein Gebet. Lasse anschließend den Ort wieder hinter Dir.

 

  1. Impuls: Geh hinaus in die Natur. Suche Dir einen Platz und konzentriere Dich ganz auf das Hören. Blende eventuelle „menschliche“ Geräusche aus. Konzentriere Dich nur auf „natürliche“ Geräusche. Nimm die Natur bewusst als Schöpfung Gottes wahr.

 

 

  1. Impuls: Schau auf die Menschen, die Dir begegnen. Jeder und jede von ihnen ist ein Bild und Gleichnis Gottes. Jeder und jede von ihnen hat etwas Besonderes. Versuche dieses besondere Merkmal bei einzelnen zu entdecken. Ist vielleicht ein Engel darunter?

 

 

Gebet:

 

Guter Gott, Du begegnest uns in Menschen, heiligen Orten und Deiner Schöpfung. Hilf mir, jetzt, in der Urlaubszeit, bewusster wahrzunehmen, was mich umgibt und wem ich begegne. Gib mir neue Kraft und Deinen Heiligen Geist, damit ich meinen Alltag wieder besser bewältigen kann.

Amen.

 

Mittwoch, 10. Juni 2015


Bericht vom evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart

 

Ich fasse hier zusammen, was ich auf dem Kirchentag gesehen und gehört habe. Die hier getätigten Äußerungen entsprechen nicht automatisch der Meinung des Verfassers.

 

Zu den Veranstaltungen über Familie auf dem Kirchentag ist zu sagen, dass sie allgemein eine Frage aufwerfen: Wer diskutiert in unserer Gesellschaft über wen?

Sowohl das Podium und die Experten als auch der größte Teil der Zuhörerschaft hatten ihre aktive Familienphase (mit Kindern bis zur Oberstufe) längst hinter sich. Insgesamt wurde häufiger über Familien als mit Familien geredet. Es wurden viele - für mich als Zuhörer nicht nachvollziehbare da weder graphisch veranschaulicht noch mir vorliegend - Statistiken rauf und runter zitiert.

Dies gilt im Übrigen nicht nur für Veranstaltungen des Kirchentages.

Dennoch konnte ich einige positive bzw. spannende Aspekte mitnehmen.

 

Podiumsdiskussion zum Thema: Chance und Scheitern – wie wird Familie neu buchstabiert?


 

Wohltuend war an dieser Veranstaltung zum einen, dass hier tatsächlich Familienmenschen in unterschiedlichen Konstellationen (kinderreiche Familie, Alleinerziehende, Patchworkfamilie, homosexuelle Beziehung) zu Wort kamen. Zum anderen tat die Anwesenheit von Frau Familienministerin Schwesig als jüngste Podiumsteilnehmerin gut, die noch dazu aufgrund des Kita-Streiks früher gehen musste, damit sie die Betreuung ihrer Tochter sicherstellen konnte.

 

Essenz der Veranstaltung:

Es gibt eine Vielfalt an Beziehungs- und Familienformen, die von Menschen gelebt werden und in denen Menschen nach eigener Überzeugung glücklich werden können.

Grundprinzip aller dieser Formen ist die (bei Alleinerziehenden nicht mehr vorhandende aber ersehnte) gegenseitige Liebe zweier Erwachsener Menschen und deren Fürsorge (das soziologische Stichwort „Care“ viel hier oft) für bei ihnen aufwachsendenKinder und deren Erziehung.

Im Grunde genommen orientieren sich somit all diese Lebensformen an der klassischen Ehe zwischen Mann und Frau.

Nach einhelliger Meinung der Runde sind sie somit keine Gefahr, sondern eher eine Bestätigung für das Lebensmodell „Ehe“.

 

Podiumsdiskussion zum Thema: Arbeitszeit + Familienzeit = Lebenszeit – Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf


 

Bei dieser Veranstaltung treffen die oben genannten Kritikpunkte vollends zu. Es war eine Einbahnveranstaltung, auf der über die Betroffen hinweg von nicht betroffenen älteren Menschen geredet wurde.

 

Essenz: Spannend war noch die Aufarbeitung des ersten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung durch Herrn Martin Rosowski, Hauptgeschäftsführer Männerarbeit der EKD. Er stellte fest, dass der Bericht von seinem Ansatz her das klassische Männerbild des Alleinverdieners und Ernährers der Familie vor Augen hatte. Dementsprechend werden die Defizite der Umsetzung der Gleichstellung einseitig bei den Frauen gesucht. Eigentlich müssten sie aber eher bei den Männern gesucht werden.

Als politische Maßnahmen wurden dann die Abschaffung des Ehegattensplittings zu Gunsten eines Kinderbezogenen Steuerausgleichs und eine Pflicht – Elternzeit für Männer genannt.

An die Industrie wurde der Appell gerichtet, für eine familienfreundliche Unternehmenskultur zu sorgen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Unternehmensplanung zu berücksichtigen.

Auch wurde angemerkt, dass Elternzeit von Seiten der Unternehmen fast ausschließlich als Nachteil gewertet wird. Dabei wird übersehen, dass ein Unternehmen auch von den Erfahrungen profitieren kann, die ein Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin in dieser Zeit gemacht hat.

 

Im weitesten Sinn zu diesem Thema habe ich das folgende Buch entdeckt:

 

Jesper Juul

Mann & Vater sein

Kreuz Verlag Freiburg

ISBN: 978-3-451-61044-8

 

 

Podiumsdiskussion mit Austausch zum Thema: macht Kinder froh und erwachsene ebenso – Evangelisches Familienzentrum. Mittendrin.


 

Hier war ein deutlicher Vorteil, dass man Vertreter/innen verschiedener Familienzentren kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen konnte. Es waren Familienzentren vertreten, die entweder an eine Pfarrei und / oder an eine Kita angebunden waren. Eines entstand auch in Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde.

 

Essenz: Von Kindergärten und Horten wird heute mehr erwartet, als diese beim besten Willen leisten können. Über Erziehung und Bildung hinaus wird Beratung, Seelsorge und Austausch als Bedürfnis der Eltern genannt. Das kann aber nur geleistet werden, wenn eine KiTa zu einem Familienzentrum ausgebaut wird. Und dafür braucht es eine hauptamtliche Kraft, die Projekte initiiert und Vernetzung zwischen einzelnen Gruppen und Einrichtungen einer Gemeinde schafft.

 

 

Begegnungsabend zum Thema: Gottes Patchworkfamilie – schenken, schmecken, staunen


 

Eine Reise durch viele der christlichen Konfessionen, kabarettistisch eingeleitet durch Wolfgang Bayer, der die typischen Marotten und Fettnäpfchen der Konfessionen aufs Korn nahm.

Anschließend stellten sich Lutheraner, Katholiken, die Ausrichter der Ökumenischen Kirchentage, syrisch Orthodoxe Kirche, Zwinglianer und Reformierte vor.

 

Essenz: Nach wie vor wird viel zu oft betont, was uns voneinander trennt. Der katholische Vertreter Detlef Stäbs, Domkapitular aus Rottenburg, wiedersprach folgerichtig dem Titel „Patchworkfamilie“, denn das würde ja bedeuten, dass wir aus unterschiedlichen Familien zusammengesetzt wären. In Wirklichkeit aber seien wir doch alle Blutsverwandt, da wir alle aus dem gleichen Ursprung heraus gewachsen seien.

Alois Glück vom ZDK betonte, dass man nicht so sehr bedauern sollte, was noch nicht geht, sondern in freundschaftlicher Verbundenheit das machen sollte, was machbar ist.

 

Zu diesem Thema passendes Buch:

 

Frére John von Taizè

Eine Gemeinschaft von Freunden

Verlag Neue Stadt

ISBN: 978-3-87996-963-0